Freeparade
Transform the Norm! Do it Yourself!

Freeparade 2011

Seit 2007 ist die Freeparade vier Mal durch Wiens Straßen gerollt. Jedes Jahr haben tausende Menschen für ein selbstbestimmtes Leben abseits von rassistischen, sexistischen und kapitalistischen Normen demonstriert. Gemeinsam haben wir versucht wenigstens für die kurze Dauer der Parade einen Freiraum zu schaffen, der uns durch tägliche Repression genommen wird.

Oft sind wir dabei an unsere Grenzen gestoßen. Immer wieder ist es zu sexistischen, homophoben und sogar sexuellen Übergriffen
innerhalb der Parade gekommen, während das Orga-Team samt zahlreicher UnterstützerInnen damit ausgelastet war, sinnlose Streitereien zu schlichten. Dabei hat sich uns die Frage gestellt, warum viele DemoteilnehmerInnen bei
solchen Übergriffen und Streitereien nicht eingegriffen haben. Das Konzept der Freeparade basiert auf Eigenverantwortung. Wer ein selbstbestimmtes Leben fordert, muss auch dazu bereit sein sich zu engagieren und aktiv zu werden,
wenn Menschen Unterstützung brauchen.

Doch auch innerhalb des Orga-Teams ist vieles nicht so gelaufen wie es sollte. Wir wurden immer weniger Leute, waren immer mehr mit der Organisation beschäftigt und konnten so nicht auf Probleme reagieren. Auch unsere persönlichen Ressourcen sind an ihre Grenzen gestoßen.

Daher wird es 2011 in Wien keine Freeparade geben.

Mit dieser Pause hört die Freeparade jedoch nicht auf. Es gibt nach wie vor genügend gute Gründe Widerstand zu leisten: Noch immer verbreiten PolitikerInnen rassistische, rechtskonservative Vorstellungen und Ideen und erreichen damit immer größere Teile der Gesellschaft. Nazis trauern öffentlich um ihre „Verluste“ während des Zweiten Weltkriegs und feiern in der Hofburg ihre Feste, während antifaschistischer Protest untersagt wird. Das kapitalistische System beutet weiter Menschen und Umwelt aus, obwohl uns nicht zuletzt die Weltwirtschaftskrise  gezeigt hat, dass der Kapitalismus versagt hat.

Protest gegen dieses System wird mit Repression begegnet und antikommerzielle, kulturelle Bewegungen, die sich durch illegalisierte Veranstaltungen und Partys staatlicher Kontrolle entziehen wollen, werden zunehmend kriminalisiert. Auf Basis von „Mafiaparagraphen“ werden politische Schauprozesse geführt, bei denen linke AktivistInnengruppen als „kriminelle Organisationen“  eingestuft werden – daran ändert auch der Freispruch im Verfahren gegen die TierrechtlerInnen nichts. Der nächste Prozess dieser Art steht schon in den Startlöchern. (mehr Info: http://antirep2008.org/)

Dass die Freeparade 2011 in Wien nicht stattfinden wird, bedeutet nicht das Ende unseres lautstarken Protests. Wir werden uns nicht mit dem täglichen Wahnsinn, in dem wir leben müssen, abfinden. Wie es weitergehen wird, hängt auch von euch ab. JedeR ist dazu aufgerufen sich Freiräume zu nehmen und sich an Protestaktionen – welcher Art auch immer – zu beteiligen.

Während die Freeparade Wien 2011 eine Pause einlegt, geht der Protest in Paris weiter. Am 14.Juli wird die Freeparade in Paris durch die Straßen rollen. Mehr Infos dazu gibts hier: http://www.freeparadeparis.org/

Stay tuned for revolution :)

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