Achtung Änderung: Kundgebung findet vor der Hauptuni Wien statt!
Seit 31 Jahren ist das als “ Amerlinghaus“ bekannte Kulturzentrum Spittelberg hartnäckig ein linker Freiraum, Treffpunkt, Veranstaltungsort für viele verschiedene politische Gruppen, soziale Initiativen und für basis- und gegenkulturelle Projekte. Auch die Freeparade erhält seit drei Jahren Unterstützung des Kulturzentrums, indem wir die Räume zur Vorbereitung der Parade kostenlos nutzen können. Dieser Freiraum ist somit eine wichtige Voraussetzung zum Fortbestehen vieler linker Projekte – auch der Freeparade – und darf nicht wegrationalisiert werden!
Nun ist das Kulturzentrum aber gefährdet. Die Struktur wird seit langer Zeit sukzessive finanziell ausgehungert, nun ist das Limit erreicht!
Trotz langer Bemühungen um eine Verhandlungslösung mit der Gemeinde scheint diese nicht gewillt, den Forderungen des Kulturzenttrums nach einer Wertanpassung der Subvention nachzukommen. Das bedeutet: nach dem 30. Juni ist der ordentliche Betrieb in jetzigem Ausmaß und Qualität nicht mehr möglich. Daher soll ab Donnerstag, den 8.April eine Dauerkundgebung beim Rathaus stattfinden, an der sich auch die Freeparade beteiligen wird.
Am 21.Mai 2010 werden wir von 15 – 22 Uhr die Innenstadt beschallen, um lautstark den Erhalt dieses wichtigen Zentrums für linke Projekte von der Stadt Wien zu fordern. Die Kundgebung wird vor der Hauptuni Wien stattfinden.
RAUM LEER, RAUM HER: FREIRÄUME SCHAFFEN UND VERTEIDIGEN!!!!

Das Amerlinghaus bei der Besetzung im Jahr 1975.
Warum kommt die Stadt den Amerlinghaus Forderungen nicht nach?
Fakt ist, dass das Amerlinghaus eine Subvention in der seit 2004 gleich bleibenden Höhe von 250.000,- Euro erhält. Allerdings beanspruchen die steigenden Kosten für die Miete an die Gesiba, Gehälter und Betriebskosten mittlerweile die gesamte Subvention. Für den laufenden Betrieb – Ausstattung, Aufwand für Projekte, Veranstaltungen, Büro- & Verwaltungskosten, Öffentlichkeitsarbeit usw. bleibt kaum etwas über.
Die Gemeinde lässt uns auf diesem Problem sitzen.
Derzeit arbeiten im Amerlinghaus eine Reinigungsarbeiterin mit 40 h und drei Teilzeitangestellte zu 27,5 Stunden. Weitere Personaleinsparungen würden das Ende des Konzepts Amerlinghaus bedeuten. Denn der Betrieb des Hauses bringt eine Menge an Arbeiten mit sich, die weit über „Verwaltungstätigkeiten“ hinausgehen.
Ohne die Arbeit der Mitarbeiterinnen in gegenwärtigem Umfang kann das Kulturzentrum Spittelberg als nicht-kommerzielles, niederschwelliges, emanzipatorisches, NutzerInnen-orientiertes Zentrum nicht bestehen.
Wir wollen keine Haus-Aufsicht!
Wir wollen nicht kommerzialisieren!
Wir lassen uns im Amerlinghaus keine Arbeitsplätze wegrationalisieren!
Für über 50 Gruppen, Initiativen und Projekte stellt das Kulturzentrum Spittelberg im Amerlinghaus eine wichtige Ressource für ihre Arbeit dar. Viele Kollektive und Einzelpersonen ohne Geld und ohne eigene Produktionsmittel sind auf die Struktur des Kulturzentrum Spittelberg angewiesen, um tätig werden zu können.
Es kann nicht sein, dass das Amerlinghaus als offenes, generationen-, subkulturen- und politics-übergreifendes und soziales Haus ausgehungert wird.

2. Besetzung 1980
Wir meinen, es ist gesellschaftlich notwendig, einen Raum am Leben zu erhalten, an dem
- Vielfalt und Antirassismus gelebt wird
- Heterogenität und Offenheit erwünscht ist
- generationen- und kulturenübergreifende Arbeit geleistet wird
- Kultur politisch ist und politische Kultur gepflegt wird
- Kritik und Auseinandersetzung nicht verhindert sondern gefördert werden
- kritisches Bewusstsein kommuniziert und in die Praxis umgesetzt wird
- politische Bildung stattfindet
- solidarische gesellschaftliche Konzepte entwickelt und solidarisches Handeln bestärkt werden
Viele Gruppen, Initiativen und Projekte sind von der Situation des Zentrums im Amerlinghaus betroffen, die es weiterhin als Ressource, als Treffpunkt, Veranstaltungsort, Rückzugsraum, Treibhaus, Arbeitsplatz, Kursraum, Proberaum, Gruppen- und Vernetzungsraum nutzen wollen.
Kämpfen wir gemeinsam um das Kulturzentrum Spittelberg im Amerlinghaus!
Für mehr und nicht weniger soziale, kulturelle, kommunikative Zentren!
amerlinghaus.at